Der Großhandelsvertrieb ist eine lukrative Geschäftsmöglichkeit in einem schnell wachsenden Markt, der allein in Europa bis 2027 auf rund 2,2 Billionen $ steigen soll – mehr als doppelt so groß wie der Direct-to-Consumer (DTC) Handel.
Anstatt direkt an Endverbraucher:innen zu verkaufen, kannst du Produkte in großen Mengen an andere Händler:innen verkaufen. Mit Shopify Collective war es noch nie so einfach, in diesen Markt einzusteigen.
Bevor du dich für ein Großhandels-E-Commerce-Geschäftsmodell entscheidest, musst du jedoch viele Faktoren berücksichtigen. Wer wird deine Produkte verkaufen? Kannst du das Volumen bewältigen? Wie werden deine Margen aussehen? Diese Fragen können überwältigend sein, besonders für jüngere Unternehmen.
Dieser Leitfaden bietet dir einen schrittweisen Prozess, um Großhändler:in zu werden, sowie Tipps zur Optimierung deiner Business-to-Business (B2B) Abläufe.
Was ist ein:e Großhändler:in?
Ein:e Großhändler:in ist ein Unternehmen, das eigene Produkte herstellt oder Produkte von Herstellern kauft. Der/die Händler:in verkauft diese Produkte dann in großen Mengen und zu einem niedrigeren Preis als dem empfohlenen Verkaufspreis (UVP) an andere Einzelhändler:innen weiter.
Wie du in 10 Schritten Händler:in wirst
- Entscheide, welche Großhandelsnische und Produkte du verkaufen möchtest
- Erforsche deinen Zielmarkt
- Berechne Startkosten und Gewinnmargen
- Besorge dir die notwendigen Lizenzen
- Verstehe rechtliche und regulatorische Anforderungen
- Identifiziere Lieferant:innen
- Verhandle Lieferantenbedingungen und Mindestbestellungen
- Baue eine Online-Präsenz mit einer Großhandels-E-Commerce-Website auf
- Implementiere Lagerverwaltungssysteme
- Starte und vermarkte dein Großhandelsunternehmen
1. Entscheide, welche Großhandelsnische und Produkte du verkaufen möchtest
Sind deine Produkte etwas, das andere Einzelhändler:innen gerne an ihre Kundschaft verkaufen würden – etwas, das sie in ihr bestehendes Produktsortiment integrieren könnten? Ist deine Produktlinie kohärent genug, um Einzelhändler:innen anzuziehen? Das sind Fragen, die du dir stellen solltest, wenn du den Großhandelsvertrieb in Betracht ziehst.
Sobald du deine Großhandelsprodukte ausgewählt hast, überlege, was sie auszeichnet, und nutze diese Informationen in deinem Verkaufsgespräch, wenn du mit Einzelhändler:innen sprichst oder deine Produkte auf einem Großhandelsmarktplatz anbietest.
Liste die Vorteile deiner Produkte klar auf deiner Website auf und mache sie zum Fokus deines Verkaufsgesprächs. Vielleicht verwendest du eine besondere Methode zur Herstellung deines Produkts, oder du beziehst alle Materialien lokal – oder von einem einzigartigen und exotischen Ort. Stelle sicher, dass Einzelhändler:innen verstehen, was deine Produkte zu einer lohnenswerten Investition macht.
2. Erforsche deinen Zielmarkt
Wie bei jedem Geschäftsmodell hat ein erfolgreiches Großhandelsunternehmen einen Businessplan, der seinen Zielmarkt umreißt.
Als Teil deiner Marktforschung solltest du herausfinden, ob du die Beschaffung von Produkten für einen großen Einzelhändler wie ein Kaufhaus bewältigen könntest oder ob du nach kleineren Boutique-Verkäufer:innen suchst.
Größere Einzelhändler:innen haben oft strenge Regeln bezüglich Produktverkäufen – und wer den Verlust trägt, wenn es zu Verlusten kommt. Das kann die Zusammenarbeit mit Handelsketten und Kaufhäusern schwierig und teuer machen.
Wenn du gerade erst als Großhändler:in anfängst, könnte die Partnerschaft mit kleineren Einzelhändler:innen die bessere Wahl sein. Du kannst mit weniger Risiko lernen, als direkt mit einem großen Verkäufer einzusteigen.
Überlege auch, welche Art von Einzelhandelsgeschäften am besten zu deinem Produkt passen. Würde es in einem Kaufhaus florieren, oder verkaufst du einen sehr nischigen Artikel, der in einem spezialisierteren Geschäft besser funktionieren würde? Behalte das im Hinterkopf, wenn du deine Großhandelsangebote brandest und Einzelhändler:innen kontaktierst.
3. Berechne Startkosten und Gewinnmargen
Rechne durch, wie viel Kapital dein Betrieb verbrauchen wird und wie die Gewinnmargen im ersten Jahr aussehen werden. Startkosten liegen typischerweise zwischen 25.000 und 100.000 €, können aber je nach anfänglichem Inventar, Lager-/Vertriebsaufbau, Ausrüstung und Technologie höher ausfallen.
Erstelle ein einfaches Modell, um deinen Vorabaufwand zu bestimmen:
- Inventar-Einkauf: 15.000 bis 60.000 € oder mehr (Kategorie und Mindestbestellmengen (MOQs) bestimmen die Spanne).
- Lager/Vertrieb: 3.000 bis 15.000 € pro Jahr, einschließlich Regale, Scanner, Waagen, Paletten und Einrichtungsgebühren.
- Software: 1.500 bis 20.000 € oder mehr. Nutze verschiedene Softwarepakete oder melde dich für eine einheitliche Commerce-Plattform wie Shopify an, die B2B und DTC auf einer Plattform bietet.
- Lizenzen, Versicherung, Compliance: Zwischen 1.500 und 5.000 €.
- Fracht und Verpackung: 2.000 bis 8.000 € für eingehende Frachtanzahlungen, Kartons, Füllmaterial und Etiketten.
- Betriebskapital: 1–2 Lagerumschläge zur Deckung von 30- oder 60-Tage-Zahlungszielen.
Bestimme als Nächstes deinen Großhandelspreis, um deine Margen zu berechnen. Ein aktueller Bericht (Link auf Englisch) des Finanzdatenanbieters CSIMarket zeigt, dass die Großhandelsbranche im zweiten Quartal 2025 eine Bruttomarge von etwa 15 % erreichte. Strebe beim Start deines Großhandelsgeschäfts eine Bruttomarge zwischen 15 % und 30 % an.
4. Besorge dir die notwendigen Lizenzen
Beginne mit deinen bundesweiten Unterlagen. In den USA ist eine Arbeitgeber-Identifikationsnummer (EIN) vom Finanzamt nötig. Eine EIN ermöglicht es dir, ein Bankkonto zu eröffnen, Steuerformulare auszustellen und Steuererklärungen einzureichen.
Zudem benötigen Großhändler:innen in den USA eine spezielle Geschäftslizenz, um Waren an andere Händler:innen weiterzuverkaufen. Eine Wiederverkaufslizenz, die durchschnittlich 6.500 $ kostet (Link auf Englisch), beweist, dass du ein:e glaubwürdige:r Händler:in bist und legitime Produkte verkaufst.
In Deutschland sind keine Lizenzen für den Großhandel nötig, jedoch muss dein Gewerbe angemeldet sein, damit du Steuern bezahlen kannst.
5. Verstehe rechtliche und regulatorische Anforderungen
Bevor die erste Palette das Dock verlässt, musst du dich durch bundesweite, landesweite und branchenspezifische Vorschriften navigieren. Übersiehst du ein Formular, kann deine Sendung ins Stocken geraten, was zu täglichen Bußgeldern führt, die deine Margen zunichtemachen.
Informiere dich über deine Branchenvorschriften. Wenn du beispielsweise Arzneimittel versendest, gelten in Deutschland strikte Regelungen, über die du dich im Vorhinein informieren solltest.
6. Identifiziere Lieferant:innen
Bevor du in den Vertrieb einsteigst, brauchst du zuverlässige Lieferant:innen, die konstant Qualitätsprodukte zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern. Nimm dir Zeit, potenzielle Hersteller:innen und Lieferant:innen zu recherchieren – der Erfolg deines Unternehmens hängt von ihnen ab.
Beginne damit, ihre Erfolgsbilanz in der Branche zu betrachten. Wie lange sind sie schon tätig? Was sagen andere Händler:innen über die Zusammenarbeit mit ihnen? Der Ruf eines/einer Lieferant:in kann dir viel über Produktqualität, Lieferzeiten und Problemlösung verraten.
Untersuche Preisstrukturen und Mindestbestellanforderungen. Einige Lieferant:innen bieten möglicherweise großartige Preise, verlangen aber große Mindestbestellungen, die deinen Cashflow belasten könnten, wenn du gerade erst anfängst. Andere haben möglicherweise flexiblere Bedingungen, die für neue Händler:innen besser funktionieren.
Es lohnt sich auch zu überlegen, ob deine Lieferant:innen zusätzliche Unterstützung bieten. Einige könnten Marketingmaterialien, Produktschulungen oder sogar Hilfe bei Lagerung und Versand von Produkten anbieten. Diese zusätzlichen Services können wertvoll sein, besonders wenn du starke Beziehungen zu Einzelhändler:innen aufbaust.
7. Verhandle Lieferantenbedingungen und Mindestbestellungen
Du musst das Volumen berücksichtigen sowie alle Regeln oder Anforderungen, die der/die Einzelhändler:in für seine/ihre Großhandelslieferant:innen hat.
Achte besonders auf ihre Vertriebsbedingungen und -vereinbarungen:
- Wie sind ihre Zahlungsbedingungen?
- Wie handhaben sie Versand und Logistik?
- Wie ist ihre Richtlinie für Rücksendungen oder beschädigte Waren?
Diese Details können deine Gewinnmargen und Abläufe erheblich beeinflussen. Stelle sicher, dass du mit ihren Bedingungen einverstanden bist, bevor du Vereinbarungen unterzeichnest.
Du hast die Möglichkeit, spezifische Bedingungen mit Lieferant:innen zu verhandeln:
- Zahlungsbedingungen: Längere Bedingungen können deinen eigenen Cashflow belasten. Du kannst kürzere Zahlungsbedingungen verhandeln oder eine 2/10 netto-30-Vereinbarung sichern, die 2 % Rabatt bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen bietet.
- Mengenrabatte: Einige Lieferant:innen gewähren Preisnachlässe bei steigender Bestellgröße oder jährlichen Ausgaben.
- Exklusive Gebietsvereinbarungen: Du kannst die Rechte verhandeln, der/die einzige Händler:in in einer Region oder einem Bereich zu sein. Während dies dich in eine wettbewerbsfähige Position bringt, kommt es oft mit hohen Mindestkaufquoten.
Erstelle ein Bedingungsblatt, das deine ideale Situation abdeckt, einschließlich Zahlung, Stufen, MOQs, Kündigungsfristen und Vorlaufzeit. Gib dieses Blatt jedem/jeder Lieferant:in während der Verhandlungen, um zu sehen, ob sie deine Anfragen erfüllen oder irgendwo in der Mitte kompromittieren können.
8. Baue eine Online-Präsenz mit einer Großhandels-E-Commerce-Website auf
Der traditionelle Weg, Großhandelsprodukte zu verkaufen, war früher komplex und manuell. Jetzt können Händler:innen mit dem Shopify Plus-Plan Großhandel von derselben E-Commerce-Plattform verkaufen, die auch ihren Online-Shop antreibt – und B2B-Kund:innen das DTC-Erlebnis bieten.
Die B2B-E-Commerce-Plattform ermöglicht es dir:
- Kundenprofile für B2B-Käufer:innen zu erstellen
- Großhandelspreise hinter Account-Logins zu verstecken
- MOQs für Großhandelsprodukte festzulegen
- Zahlungsbedingungen für B2B-Bestellungen zuzuweisen
- Steuerbefreiungen, Währungen und lokalisierte Großhandels-Storefronts zu verwalten
Bewirb den Großhandelsvertrieb auf deiner DTC-Website und teile potenziellen Einzelhändler:innen mit, dass sie sich melden sollen, wenn sie interessiert sind. Brooklinen hat beispielsweise diese Landingpage, die die Vorteile des Kaufs ihrer Großhandelsprodukte beschreibt, komplett mit einem Antragsformular, um Großhandelskund:in zu werden.
„Es war großartig, die B2B-Funktionalität im Shopify-Admin zu haben, damit wir die Funktionalität nutzen können, mit der wir vertraut sind, um unsere B2B-Site aufzubauen“, sagt Elizabeth Bell, Direktorin für Produktmanagement bei Brooklinen. „Wir können eine Site haben, die sehr ähnlich zu unserer DTC-Site aussieht und sich anfühlt, aber auf Business-to-Business fokussiert ist.“
Die Fotos, die du auf deiner DTC-Website verwendest, funktionieren möglicherweise nicht für B2B. Normalerweise möchtest du ein einfacheres Bild auf weißem Hintergrund, das das Produkt genau so zeigt, wie es ohne Ablenkungen aussehen wird.
Du kannst auch Bilder haben, die deine Produkte in Flat Lays oder an einem Model zeigen, aber ein Bild des Produkts allein funktioniert am besten als Hauptbild des Artikels.
Maddox Industrial Transformer zeigt beispielsweise ein Foto ihres Transformators als Hauptbild. Unterstützende Bilder und Videos zeigen verschiedene Winkel des Transformators und wie er in einem Lager verwendet werden könnte.
9. Implementiere Lagerverwaltungssysteme
Die Lagerkontrolle im Großhandel bewegt sich schnell, und Geld verschwindet genauso schnell, wenn Paletten zu lange herumstehen. Baue Prozesse auf, die das Inventar schlank, konform und über alle Verkaufskanäle synchronisiert halten.
- Lagerumschlag: Die meisten Händler:innen streben 6–9 Umschläge pro Jahr an. Alles darunter bindet Betriebskapital in langsam beweglichen SKUs. Überprüfe das Umschlagsverhältnis vierteljährlich und reduziere oder entferne Ladenhüter, bevor sie das Lager verstopfen.
- ABC-Analyse: Segmentiere SKUs nach Auswirkung auf den Umsatz. "A"-Artikel (die oberen 80 % der Verkäufe) erhalten die engsten Nachbestellpunkte und wöchentliche Überprüfungen. "B"- und "C"-Artikel können lockerere Kontrollen oder Dropshipping-Vereinbarungen fahren. Eine ABC-Analyse in deinem Shopify-Admin dauert nur Minuten.
- Sicherheitsbestand-Berechnungen: Bereite dich auf Nachfragespitzen vor, ohne die Lagerkosten zu überschreiten. Verwende die Formel Sicherheitsbestand = Z × σ × √LT (wobei Z der gewünschte Service-Level-Faktor ist, σ die Nachfrage-Standardabweichung und LT die Vorlaufzeittage). Ein 90 %-Service-Level (wobei Z etwa 1,28 entspricht) gewährleistet ausreichende Abdeckung ohne Überkauf.
Der beste Ansatz für das Inventar ist über eine einheitliche Commerce-Plattform. Shopifys B2B-E-Commerce-Plattform vereint das Inventar über DTC- und B2B-Kanäle. Gestaffelte Preislisten, Mindestbestellmengen und Echtzeit-Lagerupdates fließen aus einem SKU-Datensatz, sodass eine Großbestellung niemals versehentlich Artikel überverkauft.
10. Starte und vermarkte dein Großhandelsunternehmen
Dein Großhandelsunternehmen vor die richtigen Einzelhändler:innen zu bringen, ist der Schlüssel zum Wachstum. Du brauchst eine starke Marketingstrategie, die deine Produkte präsentiert und zeigt, warum Einzelhändler:innen dich als ihre:n Händler:in wählen sollten.
Neben deiner Website solltest du detaillierte Produktkataloge erstellen, die Einzelhändler:innen herunterladen können. Füge hochwertige Produktbilder, detaillierte Beschreibungen und Großhandelspreisinformationen hinzu. Viele Einzelhändler:innen möchten diese Informationen sehen, bevor sie dich überhaupt kontaktieren.
Einige andere Strategien zum Testen sind:
- Partnerschaft mit komplementären Unternehmen: Arbeite mit Unternehmen zusammen, die Produkte verkaufen, die deine ergänzen, aber keine direkten Konkurrenten sind. Wenn du beispielsweise Küchengeräte vertreibst, arbeite mit Kochgeschirr-Händler:innen zusammen, um Leads zu teilen und die Produkte des anderen zu bewerben.
- Entwickle ein Empfehlungsprogramm: Schaffe Anreize für deine bestehenden Einzelhandelskund:innen, andere Unternehmen zu empfehlen. Das könnte durch Rabattcodes, vorrangigen Versand oder spezielle Preisstufen geschehen.
- Führe E-Mail-Marketing-Kampagnen durch: Regelmäßige E-Mail-Newsletter halten deine Einzelhandelskund:innen über neue Produkte, Sonderangebote und Brancheneinblicke informiert. Segmentiere deine E-Mail-Liste basierend auf Kundengröße und Kaufmustern, um relevante, zielgerichtete Inhalte zu senden.
- Investiere in SEO und Content-Marketing: Optimiere deine Großhandels-Website für Suchmaschinen, indem du Inhalte erstellst, die häufige Fragen in deiner Branche beantworten.
Die erste Bestellung von einem/einer neuen Einzelhändler:in zu bekommen, erfordert oft einen zusätzlichen Schub. Erstelle spezielle Angebote für Erstkäufer:innen, wie:
- Kostenloser Versand bei ihrer ersten Bestellung
- Niedrigere MOQs für Erstkäufe
- Musterpakete zu reduzierten Preisen
- Verlängerte Zahlungsbedingungen für qualifizierte Käufer:innen
Sieben Tipps für Großhändler:innen
Sobald dein Großhandelsunternehmen läuft, sind hier sieben Tipps, um es zu vergrößern.
Baue ein Team auf, das Volumen bewältigen kann
Das Verpacken und Versenden großer Bestellungen kann ein erhebliches Unterfangen sein – und du musst darauf vorbereitet sein.
Wenn du derzeit alle Verpackungen selbst erledigst, überlege, ein Fulfillment-Team einzustellen, während dein Großhandelsunternehmen wächst. Du könntest jemanden einstellen, der dir beim Verpacken und Versenden von Bestellungen hilft, oder sogar den gesamten Prozess an einen E-Commerce-Fulfillment-Service auslagern.
Hier sind einige Fragen, die dir helfen zu entscheiden, ob du zusätzliche Hilfe brauchst:
- Produzierst du nur in kleinen Mengen?
- Könntest du die Produktion bei Bedarf steigern?
- Hast du Lagerraum, um erhöhte Mengen zu halten, bis sie verkauft werden?
- Wie wirst du große Bestellungen verteilen?
Lagerhaltung ist auch etwas, das du beim Skalieren deines Großhandelsunternehmens berücksichtigen solltest. Wenn du mehr Einzelhändler:innen aufnimmst, brauchst du mehr Produkte und zusätzlichen Lagerraum. Ein Third-Party-Logistics (3PL) Anbieter kann mehr Platz bieten, wenn du ihn brauchst.
Dropshipping bedeutet, dass ein:e Einzelhändler:in deine Produkte verkauft, ohne Inventar zu halten, und du sie direkt an den/die Endkund:in versendest. Du könntest dem/der Einzelhändler:in in diesen Fällen einen kleineren Rabatt anbieten, da du die Logistik übernimmst, aber du könntest Dropshipping anbieten, wenn du das Gefühl hast, die Bestellungen bewältigen zu können.
Baue Beziehungen zu Lieferant:innen und Einzelhändler:innen auf
Sobald du den ersten Verkauf an eine:n neue:n Großhandelskund:in gemacht hast, hört deine Arbeit dort nicht auf. Händler:innen haben viel mehr direkten Kontakt mit dem/der Käufer:in und Nachfolgeverantwortlichkeiten als bei einem DTC-Geschäft.
Folge bei Einzelhandelsunternehmen nach, um zu sehen, ob ihnen die Produkte gefallen haben, wie ihre Kund:innen reagiert haben und ob es etwas anderes gibt, was der/die Kund:in braucht. Du könntest ihnen auch neue Produkte zeigen, die du anbieten wirst, um sie zu begeistern.
Es ist viel einfacher, Verkäufe von bestehenden Kund:innen zu generieren als von neuen. Außerdem werden Einzelhändler:innen, die bereits eine Bestellung aufgegeben haben, eher große Bestellungen aufgeben. Sie vertrauen dir und deinen Produkten bereits – und haben in den meisten Fällen positives Feedback von ihren eigenen Kund:innen erhalten.
Biete Self-Service-Optionen an
Die Zeiten, in denen Bestellungen nur per Telefon und E-Mail aufgenommen wurden, sind vorbei. Etwa 83 % der B2B-Käufer:innen (Link auf Englisch) bevorzugen es jetzt, ihre Bestellungen online selbst zu bedienen, und Großhändler:innen können die Bestellhäufigkeit verdreifachen, indem sie diese Option anbieten.
Richte ein Online-Bestellportal ein, damit Einzelhändler:innen deinen Katalog durchsuchen, Bestellungen aufgeben und ihre Konten 24/7 verwalten können, ohne deine Hilfe zu benötigen. Das ist mit einer B2B-E-Commerce-Plattform wie Shopify unkompliziert.
Tritt einem Großhandelsmarktplatz bei
Als Großhändler:in musst du nicht alle Eier in einen Korb legen. Genau wie DTC-Geschäftsinhaber:innen, die über mehrere Verkaufskanäle verkaufen (wie ihren Online-Shop, Facebook und Instagram Shops), kannst du neue Geschäfte generieren, indem du deine Produkte auf Großhandelsmärktplätzen anbietest oder an Messen teilnimmst.
Ein Großhandelsmarktplatz ist eine Online-Plattform, auf der Käufer:innen Großhandelsartikel kaufen. Beliebte Verzeichnisse sind:
- Faire
- Worldwide Brands
- Alibaba
Der Nachteil von Großhandelsmärktplätzen ist, dass sie einen Anteil der Verkäufe nehmen. Um die Rentabilität zu erhalten, nutzen die meisten Händler:innen Großhandelsmärktplätze, um neue Kund:innen zu erreichen, und überzeugen dann Einzelhändler:innen, laufende Bestellungen über ihre eigene Großhandels-Website aufzugeben.
Finde die richtigen Großhandelspreise
Großhandelspreise können eine große Herausforderung sein, die viele neue Händler:innen verwirrt. Als Händler:in verkaufst du Qualitätsprodukte zu günstigeren Preisen als der UVP – aber es muss noch genug Marge vorhanden sein, um es zu einem lohnenswerten Geschäft zu machen.
Überlege, ob deine Margen gut genug sind, um einen angemessenen Rabatt für jemanden anzubieten, der im Großhandel kauft. Einzelhändler:innen wollen auch mit deinen Produkten Geld verdienen, also wird ein 10 %-Rabatt nicht ausreichen, um sie zum Kauf deiner Produkte zu bewegen.
Umgekehrt musst du auch sicherstellen, dass du nicht zu wenig verlangst. Du willst bei deinen Großhandelsbestellungen kein Geld verlieren – sonst wird das Geschäft nicht nachhaltig sein.
Setze Mindestbestellmengen für Käufer:innen fest. Überlege, welche Unternehmen du ansprichst und welche Mengen sie wahrscheinlich bestellen möchten. Wenn du verschiedene Arten von Einzelhändler:innen belieferst, könntest du gestaffelte Preise für verschiedene Unternehmensgrößen und Bestellvolumen anbieten.
Ashland Conveyor hat beispielsweise einen anderen Preis pro Einheit, je nachdem, wie viele Einheiten ein:e Einzelhändler:in kauft. Kleinere Mengen sind pro Einheit am teuersten, was potenzielle Kund:innen dazu anregt, mehr zu kaufen.
Denk daran: Unternehmen, die im Großhandel kaufen, zahlen typischerweise einige Wochen nach Erhalt ihrer Produkte, da dies ihnen ausreichend Zeit gibt, Umsatz zu generieren und die Kosten für das Inventar zu decken. Beim Aufbau eines Großhandelsunternehmens entscheide, wie lange du bereit bist, auf die Zahlung zu warten.
Schaffe ein Omnichannel-Erlebnis
Käufer:innen erwarten ein nahtloses und intuitives Erlebnis beim Umgang mit deinem Händlerunternehmen. Um ihre Erwartungen zu erfüllen, vereinheitliche deine Verkaufskanäle unter einer einzigen Commerce-Plattform.
Die Weiterleitung von Inventar, Preisen und Kundendaten in eine einzige Quelle der Wahrheit hilft dabei, bessere Kauferlebnisse zu schaffen. Käufer:innen können überall Bestellungen aufgeben und ihre Konten verwalten, sei es auf deiner Website, auf einer Messe oder durch direkten Kontakt mit einem/einer Verkaufsvertreter:in.
Dieser Unified Commerce-Ansatz schafft ein konsistentes Markenerlebnis über alle Berührungspunkte hinweg. Er ermöglicht es Händler:innen auch, agiler zu sein und auf die Bedürfnisse der Käufer:innen zu reagieren, was die Kundenzufriedenheit und operative Effizienz verbessert.
Biete exzellenten Kundenservice
Richte mehrere Wege ein, über die Einzelhändler:innen dich erreichen können – wie per E-Mail, Telefon oder über ein spezielles Support-Portal. Sei klar über deine Geschäftszeiten und Antwortzeiten und erwäge, vorrangigen Support für deine größeren Konten anzubieten.
Wenn du ein Team hast, das den Kundenservice übernimmt, stelle sicher, dass sie sowohl deine Produkte als auch das Einzelhandelsgeschäft verstehen. Sie sollten Fragen zu Mindestbestellungen, Versandzeiten und Produktspezifikationen beantworten können, ohne jede Anfrage zu eskalieren.
Während es wichtig ist, Standardrichtlinien für Rücksendungen, Umtausch und Schadenersatzansprüche zu haben, denk daran, dass Großhandelsbeziehungen auf Vertrauen und Verständnis aufgebaut sind. Manchmal kann Flexibilität mit einem geschätzten Einzelhandelspartner zu stärkeren, profitableren langfristigen Beziehungen führen.
Faktoren, die du beim Einstieg in den Handel berücksichtigen solltest
Branchenwissen
Idealerweise solltest du deine Branche in- und auswendig kennen.
Bleibe über Markttrends auf dem Laufenden, verfolge, welche Produkte populär werden, und verstehe, was deine Konkurrenten anbieten. Branchenwissen hilft dir dabei, klügere Entscheidungen bei Produktauswahl und Preisgestaltung zu treffen.
Verkaufsfähigkeiten
Du magst großartige Produkte zum Vertrieb haben, aber du musst sie effektiv verkaufen. Kommuniziere den Wert deiner Produkte klar auf deiner Website und in Werbematerialien und lerne, Deals auszuhandeln, die für beide Parteien funktionieren.
Großhandelsverkauf unterscheidet sich vom Direct-to-Consumer-Verkauf, da du mit Einzelhändler:innen zu tun hast, die sowohl von der Produktqualität als auch vom Gewinnpotenzial überzeugt werden müssen.
Logistik
Dein Erfolg als Händler:in hängt von deiner Fähigkeit ab, Produkte dorthin zu bringen, wo sie sein müssen, wann sie dort sein müssen. Das ist aufgrund der jüngsten Normalisierung der Lieferkette handhabbarer geworden. Nach Jahren schwerer Störungen stabilisieren sich die Frachtkosten, und die Vorlaufzeiten der Lieferant:innen werden vorhersagbarer.
Für neue Händler:innen bedeutet das, dass du deine Fulfillment-Strategie mit größerem Vertrauen aufbauen kannst. Idealerweise möchtest du in Lagerverwaltungssoftware investieren oder Partnerschaften mit Third-Party-Logistics (3PL) Anbietern oder Versandunternehmen aufbauen.
Erwäge, eine:n Logistikexpert:in zu beauftragen, um bei deiner Fulfillment-Strategie zu helfen.
Finanzielle Stabilität
Ein Vertriebsunternehmen erfordert eine große Vorabinvestition und laufendes Kapital.
Die anfängliche Investition kann zwischen 50.000 und 500.000 US-Dollar liegen, je nach Größe deines Betriebs. Du brauchst genug Geld, um Inventar in großen Mengen zu kaufen, Lagerraum zu unterhalten und Betriebskosten zu decken, bevor du regelmäßige Einnahmen von Einzelhandelskund:innen siehst.
Arbeite mit einem/einer Finanzberater:in zusammen, um realistische Projektionen zu erstellen und sicherzustellen, dass du genug Puffer hast, um die frühen Phasen des Geschäftswachstums zu überstehen.
Vorteile des Großhandels
Wenn du darüber nachdenkst, diese Art von Geschäft zu starten, sind hier die größten Vorteile des Großhandels:
- Erhöht deine Reichweite: DTC-Marken haben den Druck, Kund:innen zu finden – aber wenn du Großhandelsvertrieb anbietest, können Einzelhändler:innen die harte Arbeit für dich erledigen. Es ist ihr Job, deine Produkte in ihren Geschäften zu bewerben, zu vermarkten und zu verkaufen.
- Weniger Druck bei der Kundenakquise: Anstatt Endverbraucher:innen zu finden, die deine Produkte möglicherweise nur einmal kaufen, neigen Großhandelskund:innen dazu, wiederholte Großbestellungen zu tätigen. Du brauchst weniger Kund:innen, um ein profitables Geschäft aus dem Großhandelsvertrieb zu machen.
- Vereinfachte Bestellabwicklung: Da Großhandelskund:innen Produkte in großen Mengen kaufen, verlassen weniger Bestellungen dein Lager. Das macht den Logistikprozess einfacher als bei DTC.
Häufige Herausforderungen und wie du sie überwindest
Ein erfolgreiches Großhandelsgeschäft zu führen hat seine Vorteile, aber es gibt auch einige Nachteile zu berücksichtigen:
- Versand kann teuer sein: Einzelhändler:innen kaufen Großhandelsprodukte in großen Mengen, und es ist schwieriger und kostspieliger, große Bestellungen zu kommissionieren, zu verpacken und zu versenden.
- Begrenzte Kontrolle über Produktpräsentation und Marketing: Einzelhandelshändler:innen können wählen, wie sie Großhandelsprodukte ihren eigenen Kund:innen präsentieren. Halte dein Markenimage konsistent, indem du einen empfohlenen Mindestverkaufspreis (UVP) festlegst und Marketingmaterialien wie Social-Media-Posts und Einzelhandelsschilder bereitstellst.
- Niedrigere Produktmargen: Großhändler:innen verkaufen Produkte zu einem niedrigeren Preis als dem UVP, was kleine Gewinnmargen hinterlässt – zwischen 30 % und 50 % im Durchschnitt. Mache deinen Großhandelsvertriebskanal profitabler, indem du Mindestbestellmengen festlegst.
Werde ein:e erfolgreiche:r Händler:in mit Shopify
Die Entscheidung, in den Großhandel einzusteigen, kann für ein Unternehmen unglaublich entmutigend sein. Aber es ist ein Geschäftsmodell, das es wert ist, in Betracht gezogen zu werden, wenn du das Bewusstsein für dein eigenes Produkt erweitern oder dich auf Bestellungen mit geringerer Menge und höherer Qualität konzentrieren möchtest.
Folge den obigen Schritten, um mit dem Großhandel zu beginnen und deine ersten Kund:innen zu finden. Von der Konfiguration von Großhandelspreisen bis zur Festlegung von Mindestbestellmengen kannst du alles mit B2B auf Shopify machen.
FAQ: Wie du Großhändler wirst
Wie wirst du Großhändler:in für dein Produkt?
Folge diesen Schritten, um Großhändler:in zu werden:
- Definiere deine:n ideale:n Kund:in.
- Wähle Großhandelsprodukte.
- Besorge dir eine Großhandelslizenz.
- Setze Preise für Großhandelsprodukte fest.
- Wähle Mindestbestellmengen.
- Lade Produktbilder hoch.
- Gestalte Werbematerialien.
- Erstelle einen Großhandels-Storefront.
Wie verdienen Großhändler:innen Geld?
Großhändler:innen verkaufen Produkte in großen Mengen an andere Einzelhändler:innen. Die Gewinnmarge pro Einheit ist klein, aber sie verdienen Geld, indem sie Produkte in höheren Mengen verkaufen.
Ist es profitabel, Großhändler:in zu sein?
Großhandel ist eine profitable Geschäftsmöglichkeit, denn obwohl du Waren zu einem niedrigeren Preis verkaufst, verkaufst du Produkte in viel höheren Mengen, als du es direkt an Endverbraucher:innen würdest.





